Anwältinnen-Kongress „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz®“

Anwältinnen, Marktposition und Marketing: Verbesserungspotenziale en masse….

Im Jahr 2017, also 14 Jahre nach dem ersten Anwältinnenkongress und 18 Jahre nach meinem ersten Anwältinnenseminar komme ich zu dieser persönlichen Einschätzung:

  • NEU! Aufsatz „Anwältinnen zwischen Selbstbeschränkung und Siegerpose – ein zickiger Zwischenruf 
  • I. Die Entstehungsgeschichte der Anwältinnenkongresse von Busmann training® seit 1999

    Eine Anwältin, langjährige Kundin und Spezialistin im Immobilien-Recht löste 1999 durch ihre kleine Anfrage an mich eine ganz große Welle aus: Sie hatte eine Lerngruppe aus Anwältinnen gegründet und bat mich, doch einmal ein Seminar „nur für uns Anwältinnen“ zu machen.
    Zunächst dachte ich: Ich traue meinen Ohren nicht! Wozu brauchen erfolgreiche Geschäftsfrauen, die seit ewigen Zeiten mit Männern erfolgreich kooperieren und siegreich konkurrieren, eine solche Spaltung der Geschlechter?
    Keine von ihnen begab sich jemals in den Opferstatus, zog lila Latzhosen an oder verhielt sich wie ein Piepsmäuschen, die vor männlichen Mitbewerbern kuschen müssten. Diese Anwältin gründete kurzerhand eine Anwältinnen-Lerngruppe, die sich regelmäßig mit mir traf, um zu lernen.

    Das Seminar „Kluge Mädchen kommen überall hin“ entsteht

    Die Lerngruppe wurde schnell größer und motivierte mich, das Anwältinnenseminar „Kluge Mädchen kommen überall hin“ (Kluge Maedchen. Programm) erstmals im Jahr 2000 in Hannover öffentlich an den Markt zu bringen.
    Es schlug – anfangs zu meiner eigenen Überraschung – ein wie eine Bombe, und ich wandte mich daher im Frühjahr 2003 an Frau Rechtsanwältin Svenja Spranger, damals Geschäftsführerin des Hamburger Anwaltvereins, um dieses Feld nun zu vergrößern.

    II. Der Kongress „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz® entsteht

    Frau Spranger war sofort überzeugt von meiner Idee eines Lern-Kongresses für Anwältinnen.
    Ausgesprochen lustig und folgenreich war die Titelfindung in ihrem Wohnzimmer: Es musste natürlich eine Allitteration (Ich war mal Deutschlehrerin…) sein, und sie musste „sitzen“.
    Frau Spranger interviewte mich über diese neue Kongress-Lernform und über meine Sicht auf Chancen und Herausforderungen für Anwältinnen (Interview.HAV).
    Von da an dauerte es noch sieben arbeitsreiche Monate bis zum Ersten Deutschen Lernkongress für Anwältinnen „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz“ (Titel damals noch ohne Markenschutz) in der Bucerius Law School, Hamburg, vom 5. und 6. Dezember 2003 (KKK.Programm.Hamburg)

    Wie ist der Lernbedarf von Anwältinnen?

    Durch mein Interview „Mit Kind und Robe“ (Mit Kind und Robe) mit Gerlinde Fischedick, Hauptgeschäftsführerin der RAK Celle, systematisierten wir unseren Ansatz, und durch Frau Spranger’s eigene Erfahrungen als selbständige Anwältin sowie durch einen von mir entwickelten Fragebogen stellten wir zunächst den konkreten Lernbedarf von Anwältinnen in Deutschland fest: KKK.Fragebogen.
    Durch dessen Auswertung (Auswertung.Fragebogen) bereicherten wir Skript und Aufbau. In meinem Artikel „Mit Schönfelder, Charme und Stundensatz“ (Mit Schönfelder) fasste ich sechs Monate vor dem Kongress die damaligen Herausforderungen für Anwältinnen zusammen.

    Vorbereitende Interviews

    Frau Spranger gab dem Anwaltsblatt aus ihrer langen Erfahrung als selbständiger Anwältin einen Monat vor dem Kongress strukturelle Erkenntnisse bekannt über die Frage, ob Anwälte und Anwältinnen überhaupt ein „Traumpaar“ sein können: Traumpaar?

    Der DAV schaltet sich ein

    Durch die schnell steigenden Kongress-Anmeldezahlen hatte der DAV im Spätsommer 2003 (exakt bei der Teilnehmerinnenzahl von 85) das Thema „Anwältinnen“ als Thema der Zukunft erkannt, zu seinem Thema gemacht und Organisation und Finanzierung des Kongresses zusammen mit dem HAV übernommen.

    III. Der Erste Deutsche Anwältinnen-Lern-Kongress „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz®“

    Die 4 Referent/-innen

    Die erste Trägerin eines deutschen Fachanwaltstitels für Strafrecht in Deutschland, Frau Rechtsanwältin Annette Marberth-Kubicki, Kiel, war neben Frau Spranger und mir als Co-Referentin gewonnen worden; ihre Mitarbeiter recherchierten Zahlen zur Situation von Anwältinnen in Deutschland: Zahlen2003.Anwaeltinnen.
    Zusammen mit weiteren statistischen Erhebungen durch SOLDAN, präsentiert von Prof. Dr. Christoph Hommerich, wurde aus einer „Wohnzimmeridee“ in Hamburg Othmarschen eine „Welle“, die bis heute die Anwaltschaft maßgeblich beeinflusst.

    Die 136 Teilnehmerinnen

    136 Anwältinnen aus ganz Deutschland (30 weitere blieben aus Platzgründen auf der Warteliste) trafen sich in der Bucerius Law School in Hamburg zu einem ungewöhnlichen, minutiös didaktisierten Lern-Event.
    Spannung, Konzentration und Erwartungen waren hoch – und blieben es auch.

    Anwaeltin

    Die Teilnehmerinnen reden noch heute (im Jahr 2017 sind es 14 Jahre danach!) darüber – und das natürlich nicht nur wegen der direkt aus dem Kongress folgenden Einrichtung eines Arbeitskreises Anwältinnen im DAV (Vorläuferin der heutigen ARGE Anwältinnen) – sondern vor allem wegen der erstmaligen großflächigen Beweisführung: Alles ist lernbar, sobald die Anwältin es lernen will.

    Über den ersten Kongress

    Der Kongress war ein höchst lebendiges, witziges und pragmatisch am Arbeitsalltag der Teilnehmerinnen ausgerichtetes Feuerwerk an Ideen, Übungen, Abwechslung, Action und Methodik.

    Referenten:
    Referenten, Themen und Methoden wechselten häufig, Rockmusik beschallte in den Pausen den Campus, und laute Zwischenrufe beschleunigten das Lernen. Allein die Idee, verschiedenfarbige Schoko-Nikoläuse am Eingang als „Eintrittskarte“ und später für Gruppeneinteilung zu verwenden, erntete Lacher, sorgte für blitzschnelles Arbeiten – und für Lust auf sehr viel mehr!

    Übungen:
    In Dreiergruppen übten die Teilnehmerinnen ihre Durchsetzung gegen schlecht gelaunte Gegner: Sie attackierten sich nacheinander lautstark im Plenum, und die jeweils Angegriffenen riefen den Angreifern frisch gelernte Neutralisierungsfragen zu, die dem bösesten Angriff locker den Wind aus den Segeln nahmen.
    In ruhigeren Lernmomenten erlebten sie auf der Bühne ein dem Anwaltsalltag nachempfundenes Zielfindungsgespräch einer Anwältin (Frau Spranger) mit ihrem Coach (ich). Dessen Motto war: „Erst hat sie die Wahl gequält, dann hat sie die Qual gewählt“ (Aufsatz dazu: Wahl).

    Erkenntnis:
    Denn Anwältinnen folgen häufig nicht ihrer Passion sondern den Einflüsterungen irrelevanter Mächte wie Mama, Papa, der Konjunktur, dem bösen Mitbewerb oder dem inneren Schweinehund. Dadurch gefährden sie ihre Selbstachtung und eigene Erfolge. Ergebnis des Rollenspiels auf der Bühne: Erfolg stellt sich nur ein, wenn die Anwältin ihrer Persönlichkeit und ihren Werten treu bleibt und ihre Ziele im Detail definiert.

    Berichte über den Ersten Kongress:

    Das Deutsche Anwaltsblatt berichtet:KKK.DeutschesAnwaltsblatt
    Das Berliner Anwaltsblatt berichtet:KKK.BerlinerAnwaltsBlatt

    IV. Der Anwältinnen-Kongress „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz®“ on Tour

    Vier Lern-Kongresse für Anwältinnen (+ einer für Architektinnen) fanden schon statt; weitere werden folgen. Der Titel „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz®“ ist seit dem Jahr 2004  durch mich markenrechtlich geschützt.

    Alle Kongresse hatten unterschiedliche Schwerpunkte:

    V. Die Geschichte der ARGE Anwältinnen im DAV

    Die Geschichte von „KKK – Karriere, Kohle, Kompetenz®“ – dem Lernkongress für Anwältinnen, ist eng verknüpft mit der Geschichte der ARGE Anwältinnen, deren Gründung während des Kongresses gefordert und sechs Monate später beim folgenden Anwaltstag im Mai 2004 beschlossen und begossen wurde.
    Der Fragebogen der kurz nach dem Kongress gegründeten Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen an 11000 Anwältinnen erfragte weit mehr Bereiche:

    Seine Auswertung zeichnete ein noch viel deutlicheres Bild: (KKK.Auswertung.DAV)

    VI. Mein Fazit:

    Organisierte Anwältinnen sind von einem folgenlos-appellativen Opferstatus weit entfernt.
    Sie reagieren inzwischen äußerst professionell auf die Doppelbelastung aus Beruf und Familie, wie eine Broschüre der ARGE Anwältinnen zu diesem Thema meiner Meinung nach eindrucksvoll beweist.