Kanzlei-Führung fehlt oder misslingt? Ein Coaching-Bericht über die fatalen Folgen

Kanzlei-Führung fehlt oder misslingt? Ein Coaching-Bericht über die fatalen Folgen

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Kanzlei-Führung wirkt negativ oder positiv. Niemals wirkt sie nicht. Mandanten, Assistentinnen, angestellte Anwälte und die Reputation entscheiden durch Führung, ob sie bleiben oder gehen.

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Zum Coachingbericht Führungsrollen und deren Optimierung in einer Boutique

Folgenloses Gelaber

Umsätze, Gesundheit und Außenwirkung der Kanzlei sind in Gefahr, wenn Führung nur folgenloses Gelaber ist. Am deutlichsten hörbar sind die dramatischen Konsequenzen von schlechter Führung das Gerede von “Flachen Hierarchien” – und das, was die Assistentinnen in der Mittagspause über ihre Chefs sagen.

Wer ist Frau Herrsch?

Ihre Kanzlei wurde 1993 mit zwei weiteren Kollegen und Frau Herrsch als Allrounder-Kanzlei aufgebaut. Frau Herrsch ist Ihre Assistentin der Ersten Stunde. Sie ist Ihre unverzichtbare “rechte Hand”. Sie arbeitet immer schon eigenständig, kreativ, engagiert und ist bei vielen Stamm-Mandanten beliebt.
Jetzt, 21 Jahre später, ist Frau Herrsch Büroleiterin am Standort Stuttgart und führt dort 26 Assistentinnen und 7 Auszubildende.

Wie ist die Kanzlei?

In Ihrer Kanzlei arbeiten derzeit 29 Berufsträger (davon vier Partner) mit im Ganzen 42 Assistentinnen und etwa 12 Auszubildenden an den beiden Standorten Stuttgart und Berlin.
Der Kanzlei-Fokus liegt auf dem öffentlichen Verwaltungsrecht. Es gibt viele Stammmandanten.

Was sind die Symptome?

Seit etwa einem Jahr ist Ihr Haus in spürbarer Unruhe:
Mehrere Kündigungen im Bereich der Assistenz, schwer zu organisierende Folgen eines erheblichen Krankenstandes sowie eine durchschnittliche Verweildauer Ihrer neuen Anwälte von lediglich 6 – 18 Monaten indizieren, dass mit der Führung etwas nicht stimmt.
Bislang haben Sie durch die Kündigungen sehr viel Geld verloren, und eine erhebliche Unruhe unter den Anwälten und unter den verbleibenden Assistentinnen sorgt für ein gewisses Gefühl von “innerem Stillstand”.
Bei Ihrer 20-Jahre-Jubiläumsfeier im letzten Jahr verließen 18 Assistentinnen zeitgleich direkt nach dem Dinner das Fest, obwohl dieses bis Mitternacht ausgelegt war.

Was sind die Symptome von Frau Herrsch?

Ihre Büroleiterin Frau Herrsch gilt unter den Assistentinnen als “Gutsherrin”. Ihr Auftreten wird – auch von jüngeren Anwälten – als wenig herzlich, kaum berechenbar und wenig Wert schätzend beschrieben. Sie wird im Problemfall daher inzwischen nicht mehr als Ansprechpartnerin aufgesucht.
Sie kommt zu den Assistentinnen nicht recht durch und gilt auch unter manchen Anwälten als „unwirsch“ (O-Ton). Sie tritt in Konfliktfällen eher unbeholfen und ruppig auf. Eine Fortbildung zur „Rechtsfachwirtin“ wollten Sie ihr vor drei Jahren bezahlen. Das hat sie mit der Begründung abgelehnt, es liefe doch auch „so ganz gut“; das Geld sei besser angelegt in der neuen EDV Anlage.
Bei einem Telefontraining vor zwei Jahren sollte sie teilnehmen, denn Mandanten – vor allem Mitarbeiter aus Behörden – hatten sich über ihren zackigen, wenig empathischen Ton beschwert; Frau Herrsch war zu der Zeit am Empfangstelefon. Sie meldete sich einen Tag vor dem Training krank. Sie ist in 20 Jahren sonst nur ein einziges weiteres Mal krank gewesen.

Ihre Assistentinnen beschweren sich vor allem am Standort Stuttgart über unklare und zu autoritäre Führung, widersprüchliche Anweisungen und zu wenig Gehalt. Viel zu wenig Lob und komplett fehlende konstruktive Kritik – auch durch die Anwälte – führe zu Irritationen darüber, was „richtig und falsch“ sei.
Fristsachen würden in der letzten Minute „abdiktiert“ (O-Ton), und Frau Herrsch reagierte dann mit „lästern und hetzen“ (O-Ton).
Sie stünde immer auf der Seite der Anwälte.
Beschwerden der Assistentinnen würden „abgebügelt“ und nicht weiter geleitet.
Einige Anwälte sind schwer genervt, weil sie das Gefühl haben, „Kindermädchen“ für die Assistentinnen spielen und sich nun auch noch um Urlaubs- und Vertretungspläne kümmern zu müssen.

Was ist das Ziel der Kanzlei?

Sie wollen Ihre Kanzlei sehr kurzfristig in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Der Bewerbungszyklus für sieben freie Anwalts- und 6 freie Mitarbeiterstellen läuft bereits. Sie wollen Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten Ihrer Anwälte und auch die von Frau Herrsch optimieren.
Sie wollen erreichen, dass alle Assistentinnen mittelfristig zu einer neuen Rolle geführt werden, dass sie sich nämlich als „eigenverantwortliche und engagierte Repräsentantinnen der Kanzlei” präsentieren.
Frau Herrsch soll Führung optimieren. Alle Anwälte ebenso.
Langfristig möchten Sie alle Assistentinnen und Anwälte in Ihrem Haus halten, so dass kontinuierliche Arbeit an den wichtigen “Baustellen” möglich wird.
Sie wissen, dass Mandantenzufriedenheit aus Mitarbeiterzufriedenheit folgt – nicht umgekehrt!

Auch Frau Herrsch braucht Führung

Ihre eigene Führung Frau Herrsch gegenüber ist seit Jahren viel zu nachgiebig und beruht auf dem Vertrauensverhältnis über all die Jahre.
Frau Herrsch konnte lange machen, was sie wollte, und vor allem wollte sie jene Exklusivität Ihnen gegenüber aufrechterhalten, die ihr Macht und eine gewisse Befriedigung verschafften.
Daher konnte sie sich aus Imagegründen niemals leisten, andere Mitarbeiter hoch kommen zu lassen und zu fördern.
Sie haben aus reiner Furcht, diese Mitarbeiterin könnte Sie auch bald verlassen, nie was gesagt.
Dadurch verloren Sie viel Geld, Energie und auch Image bei Ihren Mitarbeitern.
Auch Sie müssen Ihre Führung drehen, denn die Kanzlei gerät ins Hintertreffen, wenn sich nur die Verhältnisse ändern – und die Kanzlei sich nicht mit!

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