Kanzlei-Reputation aufbauen und mehren – Wie geht das denn?

Kanzlei-Reputation aufbauen und mehren – Wie geht das denn?

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Kanzlei-Reputation minimiert die Krisen- und Konjunkturanfälligkeit einer Kanzlei und setzt Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit, Berechenbarkeit und Verlässlichkeit voraus.

Tipp:

Arbeiten Sie konstant an Ihrem Image! Bitten Sie aktiv um Weiterempfehlungen!
Bieten Sie zufriedenen Mandanten immer analoge und digitale Feedback-Systeme.

Basis-Informationen Kanzleimarketing:

Aufsatz Marktpositionierung I
Aufsatz: Marktpositionierung II
Aufsatz: Kanzleikultur
Aufsatz: Kanzleimarketing
Aufsatz: Kanzleiwebseite
Aufsatz: Legal Tech
Aufsatz: beauty contest
Aufsatz: Honorarinformation
Aufsatz: Mandantenbefragung
Aufsatz: Mandantengespräch
Aufsatz: Mandantengespräch: Todsünden
Aufsatz: Schwierige Mandanten

Die freiwillige und selbsttätige Demontage

„Es braucht zwanzig Jahre, eine Reputation aufzubauen und fünf Minuten, sie zu zerstören.“
Dieser legendäre Satz von Warren Buffet Satz passt auch zu Kanzleien. Man fragt sich allerorten, wie der freiwillig demontierte „gute Ruf“ eines Anwalts wieder hergestellt werden kann.
Gute Nachricht mitten im Land der Unwägbarkeiten: Ändern kann man ja tatsächlich nur, was man selbst vermasselt hatte!
Wären Konjunktur, böse Mandanten oder hundsgemeine Wettbewerber „Schuld“, hätte man keine Chance!

Lesen Sie hier die 10 Punkte einer Bauanleitung für Ihre Reputation:

1. Schritt: Was ist Reputation?

Von nichts kommt nichts. Der „gute Ruf“ eines Anwalts ist hart erarbeitet, viel gerühmt und nicht messbar. Der „gute Ruf“ ist der am häufigsten von Mandanten jeglicher Couleur benannte Grund für den Erstauftrag an einen Anwalt.

2. Schritt: Reputation und Image sind Geschwister!

Reputation wird oft mit Image verwechselt. Reputation ist – im Unterschied zu Image – das von anderen wahrgenommene Ansehen eines Unternehmens oder einer Person und fungiert als „ein feedback auf das erwünschte bzw angestrebte Image“

3. Schritt: Wählen Sie die für Sie passende Kanzlei!

Ihre persönliche Reputation hängt anfangs ab von Sprungbrettmandaten. Wenden Sie sich deshalb entweder an eine Kanzlei, deren Rechtsgebiets-Lücke Sie zu Ihrem Schwerpunkt machen (Kanzlei ist früher entschieden als Schwerpunkt) oder an eine, die Ihr bereits fest stehendes Spezialgebiet noch nicht anbietet (Schwerpunkt ist früher entschieden als Kanzlei).

4. Schritt: Wählen Sie Sprungbrettmandate:

Am Start großer Karrieren finden sich häufig kleine Mandate. Anwälte aller Kanzleigrößen unterschätzen deren Wichtigkeit. Suchen Sie Ihr „Sprungbrett“ passend aus zu Ihrem Ziel, Ihrem Rechtsgebiet, Ihrer gewünschten Spezialisierung, zur angepeilten Branche – und besonders zur eigenen Passion! Ohne Leidenschaft sind Erfolge selten nachhaltig.

5. Schritt: Optimieren Sie Ihren „track record“:

Ihre Reputation setzt sich zusammen aus der Liste erfolgreich beendeter Mandate bzw. erfolgreich beratener Mandanten („track record“) und Ihrer persönlichen Bekanntheit in Fachkreisen. Die immer wieder kehrende Frage aus dem Kreis potenzieller Mandanten lautet: „Was haben Sie in diesem Bereich bereits gemacht?“
Bauen Sie Ihren „track record“ nach strategischen Gesichtspunkten (Persönlichkeit, Geographie, Marktsättigung, Rechtsentwicklung, Passion etc.) und nicht nach der Tagesform, nach dem Wunsch von Mama und Papa oder nach kurzfristigen Honorarkicks auf.

6. Schritt: Bauen Sie auf “Hebelwirkung”!

Einmal investiert – fünfmal profitiert!
Das Management Ihrer Reputation setzt Effizienz voraus. Wer einmal einen Vortrag in allen Details ausgearbeitet hat, verfügt über abrufbares Spezialwissen in gebündelter Form.
Dieses „Kapital“ können Sie Gewinn bringend bei fünf weiteren Akquise-Aktivitäten anlegen:

• inhaltlich erweitert in Fach-Aufsätzen,
• deutlich reduziert und sprachlich banalisiert in Ihrem newsletter,
• mit fetziger Überschrift auszugsweise in Ihrer Internetseite zum “download“,
• bei Ihren „cold calls“ als appetizer in Gestalt eines „kleinen, frischen Aufsatzes“
• als ständig aktualisierter Beitrag in einem Buch.

Diese fünffache Hebelwirkung („leveraging“) gibt der anstrengenden und langwierigen Erststrukturierung des Stoffs Sinn und Richtung!

7. Schritt: Fokussieren Sie!

Ohne persönliche Reputation gibt es langfristig keinen Erfolg. Haben Sie den Mut, lieber kleinere Mandate auf dem Gebiet Ihrer angestrebten Spezialisierung zu bearbeiten als alles opportunistisch zu bearbeiten, was lohnende Umsätze verspricht.

8. Schritt: Arbeiten Sie hart

Die persönliche Reputation ist eine Mischung aus harter Arbeit und anfangs schmerzhafter Fokussierung. Um an einen lohnenden Mandanten heran zu kommen, wählen junge Anwälte besonders in Großkanzleien, Boutiquen und spezialisierten Mittelstandskanzleien gezwungenermaßen einen Umweg: sie machen sich als Fachleute bekannt bei Multiplikatoren im Internet, Branchenforen, bei Jahrestreffen einer Berufsvereinigung, als Gast auf Kongressen der Zielmandantschaft, bei den Lieferanten des eigentlichen Ziels, durch Vertretung von Gegnern des eigentlichen Ziels und durch Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften des Ziels. Sie betreiben Radiusarbeit.

9. Schritt: The „early mover advantage“

Der frühe Vogel fängt den Wurm! „Je früher ein Anbieter auf einem neuen Markt präsent ist, desto erfolgreicher wird er sein.“ Wer im Jahr 1996 einen 1500 Seiten starken Praktiker-Kommentar zum Markenrecht heraus gibt, obwohl erst sechs Monate vorher das neue Markengesetz erlassen wurde, hat ihn. Wer noch im Jahr der EU Erweiterung die steuerrechtlichen Eckpunkte für Investitionen in acht neuen osteuropäischen EU-Ländern in einem modulhaften Nachschlagewerk erläutert, hat ihn auch. Wer 1990 die Rechtsfolgen der Überführung der Treuhand in eine GmbH in Mandate umzuwandeln verstand, hat ihn.

10. Schritt: Kultivieren Sie Sekundärtugenden

Die folgende Aufzählung ist inspiriert durch einen berühmt gewordenen Gründer einer Großkanzlei.
Was er (seinen) Junganwälten in seinen „Briefe an junge Juristen“ zu sagen hat, mutet an wie eine Mischung aus Business Knigge, Lebensweisheit und Managementtraining. Am besten, Sie nehmen alles wörtlich und beherzigen die zehn Gebote Ihrer persönlichen Reputation.

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