Kanzleistrategie: Wer aus der Tür geht, muss wissen, wo er ankommen will!

Kanzleistrategie: Wer aus der Tür geht, muss wissen, wo er ankommen will!

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„Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel”, sagte Friedrich Nietzsche im Jahr 1878.

War Nietzsche Kanzleiberater? Als hätte er die innere Verfassung von Anwaltskanzleien im folgenden Jahrtausend voraus gesehen, beschreiben seine schmerzhaft einfachen Worte, was „Sturm, Stolz & Partner“ von innen lahm legt (mehr aus dieser Kanzlei in beiden Aufsätzen zur Marktpositionierung):

Information:

Zum Aufsatz: Marktpositionierung I
Zum Aufsatz: Marktpositionierung II
Zum Aufsatz: Rentabilität
Zum Aufsatz: Der erste Eindruck zählt!

Coaching-Bericht

In einem Kanzlei-Coaching hatte ich die Entwicklung einer MarktpositionierungKanzlei-Strategie zu begleiten.
„Konfusion statt Fusion“ ist tatsächlich der erste Eindruck eines Externen vom Innenleben der Kanzlei „Sturm, Stolz & Partner“.
Die Kanzlei ist ziellos und wirkt auf aufmerksame Außenstehende wie eine Gruppe verwirrter Einzelkämpfer.

Die Standortleiter berichten in vier Einzelinterviews von

• ökonomischer Furcht,
• Streit über Entnahmesysteme,
• ständigen Debatten über Kriterien für den Partnerstatus
• inkongruenten Besetzungen von Unternehmer- und Chefrollen,
• von ideologisch motivierter Ablehnung formeller Hierarchien,
• von einem destruktiven oder komplett fehlenden Teamverständnis („Toll, Ein Anderer Macht’s“)
• von der Angst vor Image- und Kontrollverlust und der damit verbundenen
• Unfähigkeit zu Mitarbeiterführung
• Unfähigkeit zu Ziel führender Delegation.
• einem besonderen Belauern der Anwälte untereinander“ (Standort X)
• hohem Krankenstand

Eckdaten (Ist-Situation):

Die Kanzlei hat vier deutsche Standorte mit 23 Anwälten, davon vier Partnern, und 21 Assistentinnen, von ihnen wiederum vier noch in der Ausbildung.
Seit knapp zwei Jahren existiert dieser Zusammenschluss aus zwei Kanzleien, jede für sich zuvor schon einigermaßen erfolgreich, ohne sich groß zu spezialisieren. Jeder Standort schrieb bis dahin zwar schwarze Zahlen, gelangte aber nicht überzeugend genug in die Gewinnzone.

Besonderheit Standort X:

Zwei Anwälte des Standorts X sind durch die Fusion abgewandert, beide entrüstet über „diese unnützen Fusionspläne“ (O-Ton).
Sie haben aus diesem Standort besonders viele Mandanten und ein komplettes, bis dahin dominantes, lukratives Rechtsgebiet mitgenommen.
Der Standort steht ökonomisch nun am schwächsten da. Dessen heutige Vertreter hegen einen unausgesprochenen und doch unverhohlenen Groll gegen „das Ganze“.
Ein Partner ist vor elf Monaten in diesem Standort dazu gekommen. Er ist über seinen Wechsel „verzweifelt“ und fühlt sich, obwohl als Quereinsteiger sofort als Partner auf dem Briefkopf platziert, dort nicht angenommen und konfrontiert mit „passiver Aggression“.
Dringend notwendige Investitionen „warfen uns zurück“, die „eine Hand wusste nicht, was die andere tat“, und „langwierige Debatten über Strategien“ hatten vergeblich den Stein ins Rollen zu bringen versucht.

Blöde Partnersitzungen!

In den monatlichen Partnerversammlungen versucht man seit sechs Monaten(!), eine einheitliche EDV in allen Standorten hinzubekommen.
Statt dieses Thema (und viele andere Themen!) nach Vorschlägen, Einwänden, Vorteilen und Nachteilen abzuklopfen und danach stringent zu entscheiden, geraten die Sitzungen – je nach Uhrzeit – eher wie ein Montagsstuhlkreis im Kindergarten, wie eine Weinverkostung oder eine Notgemeinschaft in einem Schutzbunker als einem Managementmeeting:
Ein Anwalt kommt rituell unpünktlich, alle fallen sich ins Wort und rollen mit den Augen, jeder Vorschlag wird umgehend durch Einwände vernichtet, Unwichtiges wird dreimal wiederholt, Wichtiges dagegen weg gelassen, und jeder promotet ungebremst seine Prioritäten.

Basis-Informationen Kanzleimarketing:

Aufsatz Marktpositionierung I
Aufsatz: Marktpositionierung II
Aufsatz: Kanzleikultur
Aufsatz: Kanzleimarketing
Aufsatz: Kanzleiwebseite
Aufsatz: Legal Tech
Aufsatz: beauty contest
Aufsatz: Honorarinformation
Aufsatz: Mandantenbefragung
Aufsatz: Mandantengespräch
Aufsatz: Mandantengespräch: Todsünden
Aufsatz: Schwierige Mandanten

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