Pressemitteilungen der Anwaltskanzlei: Was Sie bei der Kanzlei-PR beachten müssen!

Pressemitteilungen der Anwaltskanzlei: Was Sie bei der Kanzlei-PR beachten müssen!

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Öffentlichkeitsarbeit schadet, wenn sie fehlt oder wenn sie nicht wie gewollt – oder gar nicht – in der Öffentlichkeit ankommt.

Was so banal klingt, ist bittere ökonomische Realität: Nach Schätzungen des Deutschen Journalistenverbands werden über 75 % aller Pressemitteilungen ungelesen vernichtet.
Das frustriert

1. Anwälte:
Sie hatten im besten Fall Zeit und Mühe investiert in ihre Pressemitteilungen.

2. Journalisten:
Sie sind sauer wegen der Zeitvergeudung; Pressemitteilung passte nicht zum Journalisten oder seinem Blatt, war langweilig, kompliziert, der Inhalt war uralt (2 Tage) oder in unverschämter Serienbriefmanier verfasst.
Die E-Mail Adresse des Absenders landet als Spam auf der Blacklist, und sein Name ist für immer „verbrannt“. Ab in die P-Ablage, zu den leergelöffelten Joghurtbechern!

Erfolgsfaktoren einer Pressemitteilung

Pressemitteilung landen nur im Gehirn des gewünschten Lesers, wenn der passende Leser auf effektiv gesteuerten Wegen angesprochen wird und wenn die Pressemitteilung selbst den Leser bereichert. Folgende Faktoren erweisen sich als entscheidend:

Adressat:
Passt der Empfänger meiner Pressemitteilung zu deren Inhalt? Kanzleien disqualifizieren sich – übrigens auch für spätere Kontakte –, wenn sie die Empfänger zumüllen.

Quantität:
Viel hilft nicht viel. Je breiter die Streuung desto schmaler das Ergebnis! Manche Anwälte versenden Pressemitteilungen häufig und an einen breiten Verteiler. Das nervt Journalisten und auch Blogger. Sie fühlen sich nicht persönlich angesprochen und „ausgenutzt“. Pressemitteilungen werden zu 80 % gelöscht.

Fokus:
Beschränken Sie daher Ihre Aussendungen auf wenige Fälle und an die dazu passenden Journalisten und Blogger. Wichtigen Multiplikatoren gegenüber kündigen Sie die Aussendung telefonisch an mit der Frage, worauf besonderer Wert gelegt wird.

Gewinn:
Ist Ihr Thema neu? Ist es ein Aufreger? Dient es dem Leser? Ist es geeignet, das Rénommé des veröffentlichenden Mediums zu erhöhen? Ist es etwa schon in anderen Medien verbreitet worden? Haben Sie neue Aspekte oder andere Blickwinkel zu bieten? Wenn nicht, gelten Sie bald als „einer unter vielen“ und werden nicht beachtet.

Überschrift:
Die mail wird nicht gelöscht, sogar oft ganz gelesen, wenn der Leser bereits die Betreffzeile sexy findet: metaphorisch, provokant, kurz: („Urteil aufgehoben: Emmely ist wieder an der Kasse“ statt: „LAG Düsseldorf entscheidet Rücknahme der Kündigung im Fall Emmely“.)

Sprache:
Kurze, zitierfähige Sätze, keine Fachwörter, knappe und sachliche Information, keine Superlative.

Einleitung:
Das Wichtigste ganz nach oben, als Antwort auf die typischen fünf Journalistenfragen in einem Satz: (Wer? Was? Wie? Wann? Wo? Warum?)

Wie Sie Multiplikatoren versorgen  

Nutzen
Sagen Sie nicht zuerst, was Sie (gemacht) haben, sondern was daraus der Nutzen für die Leser und für den Mandanten ist. („Unser Mandant hat nun die Möglichkeit X“ statt: „Das Gericht ist unserem Antrag gefolgt und hat die Klage abgewiesen. Es stützte sich dabei auf…“)

Zahlen, Daten, Fakten
Quantifizierbares und spezifizierteres material schafft Vertrauen

Zitate
(auch wenn es nur ein zitiertes Wort ist) kommen authentisch und seriös an

Kontaktdaten
Ort und Datum: Verfasser, Branche, Mandantenstamm, Kanzleiwebseite, Telefonnummer, E-Mail-Adresse,

Taktik:
Wichtiges in den Details andeuten, nicht ausformulieren, Länge: 12 – 20 Zeilen, mit Überschrift! Journalist ruft dann an.

Relevanz
Versenden Sie nur Pressemitteilungen, wenn Sie wirklich etwas Wichtiges und Neues zu sagen haben. Fragen Sie sich: Wieso ist dieser Inhalt von Bedeutung für Journalisten? Was ist neu, aktuell und besonders? Dies sollte in der Pressemitteilung unbedingt beantwortet werden.

Verteiler
Mailen Sie möglichst an persönliche Ansprechpartner. Mails an die allgemeine Redaktionsadresse gehen oft unter.

Influencer
Adressaten, die mit Ihrem Thema vertraut und innerhalb Ihrer (Online-) Leserschaft gut vernetzt sind, tragen die Pressemitteilung besonders effizient weiter. Das betrifft besonders Blogger, die auf bestimmte Bereiche spezialisiert sind. Bauen Sie einen Presseverteiler auf.

Zeitpunkt
In Zeiten geringer Konkurrenz (Bsp. „Sommerloch”) ist die Chance, dass die Medien eine bestimmte Pressemitteilung aufgreifen, höher. Zudem ist es besser, seine Informationen vormittags statt nachmittags zu verschicken.

Beispiel
Die Pressemitteilung des Unternehmenszusammenschlusses „Meisterkreis“, einer Vereinigung der kulturellen und kreativen Spitzenunternehmen Deutschlands, ist ein Beispiel für lebendige und aufrüttelnde Sprache.
Start der aufsatzähnlichen Mitteilung mit intelligenter Überschrift („Der Wert des Originals“) ist eine Liste der volkswirtschaftlichen Schäden, die durch Plagiate entstehen.
Eine kreative Idee wird bei der anschließenden Pressekonferenz mit Rechtsanwalt Prof. Dr. Raue am 22.10.2014 in Berlin vorgestellt: der www.plagiate-shop.de. Er wird offensiv durch Banner beworben; Interessenten können dort direkt und ausschließlich Plagiate kaufen.
Wenn sie jedoch „zur Kasse gehen“, erhalten sie ein „Informationsangebot rund um den Themenkomplex Kreativität und geistiges Eigentum“ mit einer Plakatkampagne gegen Plagiate („Sichert Kindern Arbeitsplätze“).

Basis-Informationen Kanzleimarketing:

Aufsatz Marktpositionierung I
Aufsatz: Marktpositionierung II
Aufsatz: Kanzleikultur
Aufsatz: Kanzleimarketing
Aufsatz: Kanzleiwebseite
Aufsatz: Legal Tech
Aufsatz: beauty contest
Aufsatz: Honorarinformation
Aufsatz: Mandantenbefragung
Aufsatz: Mandantengespräch
Aufsatz: Mandantengespräch: Todsünden
Aufsatz: Schwierige Mandanten

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