Vorträge

Etwa 80 % der aktiv akquirierenden Anwälte jede Kanzleigröße geben an, Vorträge zu Akquisezwecken zu halten. Das ist kein Zufall!

Lesen Sie hier den kompletten Aufsatz: Wie Sie Anwaltsvorträge vorbereiten, halten, vermarkten und weiter verwerten.

Du sollst die Vortragsvorbereitung nicht unterschätzen!

Nicht alles ist Gold, was glänzt! Vortragsveranstaltungen sind für Fehler anfällig, nur mit guten Referenten effizient und fast immer teuer: 15 von 75 befragten Kanzleien gaben an, dafür einen eigenen Etat eingerichtet zu haben.
Die Vorbereitung ist aufwändig: Materialien müssen gesichtet, gesplittet und didaktisiert werden.
Externe Seminarveranstalter brauchen detailreiche Anweisungen, Folien brauchen Design, der Vortragende eine über jeden Zweifel erhabene Präsentationstechnik – und die ganze Veranstaltung braucht ein Ziel.
Skripte müssen geschrieben, Räume eingerichtet und Einladungen entworfen werden. Besonders das Erstellen der Folien kostet Zeit, denn diese sind nur Stichwortgeber, erfordern also eine drastische visuelle Banalisierung des Stoffs.
Wer allerdings einen Vortrag einmal komplett vorbereitet hat, kann die Vorbereitung fünffach für Akquise nutzen; der Aufwand lohnt sich.

Du sollst niemals einen Hörer langweilen!

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig abserviert! Als fatal stellte sich die Neigung mancher Kanzleien heraus, Vorträge anzubieten, weil „man das so tut“, weil das „in“ ist, weil das „der Akquise dient“ – ohne die Referenten zu schulen. Dieser Schuss geht gewöhnlich nach hinten los, denn anwaltliche Monologe langweilen gewöhnlich nichtjuristische Hörer.
Nur wenige anwaltliche Präsentatoren sind Vortrags-Naturtalente, und besondere Maßnahmen der Redner sind nötig, um Zuhörer zu faszinieren.

Ein schlechter Präsentator gehört nicht auf eine Bühne!

Anwälte haben Vortragstechniken nicht gelernt und agieren auf Bühnen aller Art bisweilen suboptimal: sie langweilen – durchaus versehentlich – ihre Zuhörer durch vollgemüllte Folien, Rechtsvokabular und fehlende Vortragsstruktur, durch ungeschickten Umgang mit „komplizierten“ Vortragsgästen und vor allem durch wellenförmig modulierte Endlos-Monologe.
Schlechte Referenten lösen Langeweile, Unverständnis, den Eindruck von Arroganz oder Besserwisserei aus und blockieren ihre eigene Akquise dadurch selbsttätig dreifach: Sie sorgen dafür, dass ihre Zuhörer

• nicht noch einmal zum Vortrag erscheinen
• auf keinen Fall Mandanten werden
• auch Nicht-Zuhörern gegenüber schlechtes feed-back streuen

Fachkenntnis bleibt zwar die innere Basis aller öffentlichen Auftritte, ermöglicht jedoch erst durch dessen geschickte Präsentation einen Erfolg.